Erstes Wasserwirbelkraftwerk der Schweiz im Probebetrieb
Dennis Härtig am 24. 11. 2009
In Schöftland AG hat das landesweit erste Wasserwirbelkraftwerk seinen Probebetrieb aufgenommen. Die Anlage steht direkt am Flüsschen Suhre und soll als eine Art Pilotprojekt zunächst 25 Haushaltungen mit umweltfreundlichem Wasserstorm versorgen. Pro Jahr kann die Anlage bis zu 100 000 Kilowattstunden Strom produzieren, in der ganzen Schweiz sind 30 weitere ähnliche Anlagen geplant. 14 dieser Anlagen sind bereits bei der Swissgrid zur kostendeckenden Einspeisevergütung KEV angemeldet – das Wasserwirbelkraftwerk in Schöftland erhält 35 Rappen für jede ins öffentliche Stromnetz eingespiesene Kilowattstunde Strom.
Ausschlaggebend für das neue Wasserwirbelkraftwerk an der Suhre war eine private Initiative. Deshalb steht das Kraftwerk auch auf privatem Grund, wofür ein Teil der Suhre umgeleitet und anschliessend durch einen renaturierten Ablauf wieder in das ursprüngliche Flussbett zurückgeleitet wird. Bei dem jetzigen Kraftwerk liegt die nutzbare Wasserdurchflussmenge bei zwischen 0.8 bis 2.2 m³ Wasser pro Sekunde und einer totalen Fallhöhe von 1.4 m – damit sich ein solches Kraftwerk rentiert, muss eine Fallhöhe von mindestens 80 cm vorhanden sein. Fische kommen bei der langsamen Rotation des zentralen Schaufelrades nicht zu Schaden – das Rad braucht für eine ganze Umdrehung etwa 3 Sekunden. Für die gesamte Anlage (inkl. Renaturierung und Anpflanzung von Hecken und Sträuchern am Flussbett, etc.) sind etwa 300 000 Franken veranschlagt.
- «Die Suhre wirbelt für Wasserstrom», von Peter Siegrist, Aargauer Zeitung vom 17. Februar 2009, Bund Aargau Seiten 2-3 (als PDF)
- «Bald Strom aus der Suhre», von Barbara Vogt, Aargauer Zeitung vom 13. Oktober 2009, Seite 33 (als PDF)
- «Einweihung für das Wirbelkraftwerk», von Hans Lüthi, Aargauer Zeitung vom 24. November 2009, Seite 15 (als PDF)
- Anlagenskizze des Wasserwirbelkraftwerkes Schöftland (PDF)
- Webseite der Genossenschaft Wasserwirbelkraftwerke mit weiteren Informationen und Bildern zum Wasserwirbelkraftwerk in Schöftland
Geografische Position des Wirbelkraftwerkes in Schöftland AG
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Tags: Aargau, Schöftland, Suhre, Wasser, Wasserwirbelkraftwerk


Die Welt hat vor 30 Jahren eine Chance verpasst. Erkenntnisse und Technik für die Solarwärmenutzung wären damals schon bekannt gewesen. An den 45. Solothurner Filmtagen Ende Januar wurde der Dokumentarfilm «A Road Not Taken» gezeigt. Zwei Jungfilmer erforschen darin die Geschichte einer verschollenen Solaranlage. US-Präsident Jimmy Carter hatte die Anlage 1979 in einem symbolischen Akt auf dem Dach des Weissen Hauses installiert und verkündete ein umfassendes Förderprogramm für Alternativenergien. Er wollte andere Wege gehen, weil er damals schon eine Energiekrise befürchtete.

Ich finde solche Anlagen als etwas vom besten im Bereich alternativer Energieanlagen. Viel besser als Sonne, Wind und insbesondere Biogas etc. Die Vorteile: Kleiner baulicher Eingriff, sehr einfach, hochwasserresistent, fischgängig, überschaubar, wenig Unterhalt etc. Es läuft und läuft. Ich bin gespannt, ob die berechnete Leistung erzielt wird.